Kapitel 9: Spiele mit torreichem Ausgang, sei’s im positiven bzw. im negativem Sinne, verbunden mit Anekdoten:

Episode I (Saison 1950/51 bis Saison 1959/60) ……………….

 

   In der Saison 1950/51 mussten die Bäumenheimer am 6. Spieltag beim BC Aichach antreten und kamen mit 2:7 kräftig unter die Räder. Nach Hören und Sagen war diese Niederlage eigentlich noch gnädig, denn die kleinen BCA’ler, so wurden diese seinerseits von den Insidern genannt, vergaben zum Teil hochkarätige Chancen, so gesehen hätte dieses erste Aufeinandertreffen leicht und locker zweistellig ausgehen können. Man muss aber den Bäumenheimern einen großen Respekt zollen, denn im Rückspiel ließen sie den Aichachern bei stürmischen Wetter keine Chance und gewannen diese Partie durch die Treffer von Erich Vollmer (2), Harry Metz und Josef Mayr mit 4:1 Toren. Noch „stürmischer“ ging es im Spiel TSV Oettingen gegen TSV Bäumenheim zu, wo unsere Elf mit einem satten 8:1 Auswärtssieg die Heimreise antreten konnten. Für deren Heim-Schlappe waren Lado Krupka (3), Josef Mayr (2), Erich Vollmer (2) und Harry Metz verantwortlich.***Der TSV Bäumenheim hatte auf das Ergebnis von 8:1 höchstwahrscheinlich so ihre helle Freude daran, denn eine Saison darauf, das heißt 1951/52, wo die Schmuttertaler auch ihren Meistertitel feiern konnten, wurden in der Vorrunde der VfR Jettingen, sowie gleich Anfangs der Rückrunde der TSV Rain, jeweils mit einer 8:1 Niederlage nach Hause geschickt! Gegen den „Verein für Rasenspieler“ erzielten Ladislaus Krupka, der von Trainer Ernst Lehner (ehemaliger deutscher Nationalspieler) in diesem Match vom Verteidiger zum Mittelstürmer umfunktioniert wurde, drei Treffer, dieselbe Torgarantie gab Josef Mayr als eine sogenannte Doppelspitze ab, die beiden restlichen Treffer gingen auf das Konto von den beiden Flügelflitzern Leonhard Kempter und Erich Vollmer. Ja, da sage nochmal einer, dass früher von der Taktik keiner eine Ahnung hatte! Gegen den TSV Rain zeigte sich vor allem Torjäger Otto Nagler mit 3 Treffern in Schusslaune, aber auch Josef Mayr brachte sich mit drei Toren erneut ins Gespräch. Die beiden anderen Treffer steuerte Linksaußen Erich Vollmer bei.***

   Als Aufsteiger in die 2. Amateurliga (vergleichbar mit der heutigen Landesliga) konnte sich die Dechentreiter-Elf (so wurde unsere Mannschaft früher genannt) in der Vorrunde der Saison 1952/53, außer der 2:6 Niederlage beim FC Kempten, eigentlich ganz gut verkaufen. Die Rückrunde brachte dann einige Niederlagen, die ziemlich gesalzen waren. So zum Beispiel mussten die Bäumenheimer bei der Reserve-Mannschaft der späteren Helmut Haller-Elf, den BC Augsburg, eine kräftige 0:8 Packung hinnehmen. Aber auch beim FC Lauingen kassierten die TSV’ler eine 3:7 Niederlage, die jedoch laut eingefleischter TSV’ler völlig unnötig war. Warum unnötig ist leicht erklärbar, weil die Bäumenheimer schon mit 2:0 führten, zudem mehrere Hochkaräter versiebten! Könnte glatt an dem späteren Spiel Bayer Uerdingen gegen Dynamo Dresden erinnern, was die Westdeutschen am 19. März 1986 mit 7:3 gewannen. Sei’s drum, denn in dieser Saison musste ja keine Mannschaft absteigen, so ergingen die Schmuttertaler als Tabellenletzter diese Schmach.***

Die zweite Saison in der Amateurliga brachten den Bäumenheimern einige unerwartete hohe Niederlagen ………..

   So mussten die TSV’ler schon am dritten Spieltag der Saison 1953/54 in der 2. Amateurliga bei der Gartner-Elf, dem FC Gundelfingen, eine satte 0:8 Niederlage hinnehmen. Laut dem TSV-Berichterstatter (?) hatte jedoch Schiedsrichter Gottfried aus Leipheim mehrmals seine Hände im Spiel bzw. die Bäumenheimer verpfiffen. Vier Abseitstore sprechen eigentlich Bände, aber auch die TSV-Abwehr um Torhüter Albert Prebeck erwischte in diesem Spiel nicht gerade ihren besten Tag. So gesehen bekam der TSV in „Sachen Klassenerhalt“ schon mal einen kräftigen Dämpfer mit. Aber auch am 5. Spieltag hagelte es beim TSV Gersthofen eine 8:1 Niederlage. Diese war geradezu für einige jungen Spielern, wie Gerhard Wonka sowie Walter Dorn, die ihre ersten „Gehversuche“ in der 1. Mannschaft starteten, danach umso bitterer.***In der Rückrunde gingen dann am 15. Spieltag bei der Auswärtspartie in Kaufbeuren, gegen den dortigen Sportverein (in der Gegenwart unter dem Namen SpVgg Kaufbeuren bekannt) mit 0:9 sozusagen die Lichter aus. Dies war zugleich in diesem Zeitraum die höchste Niederlage der TSV-Vereinsgeschichte. Schon die Fahrt nach Kaufbeuren mit einem sogenannten „Holzvergaser“, den die Firma Dechentreiter bereitstellte, konnte man als ein Abenteuerliches Unterfangen betrachten.***

   Nach dem Abstieg aus der Amateurliga mussten die Schmuttertaler wieder mit der A-Klasse Nord vorlieb nehmen. Schon konnten die Bäumenheimer unter ihrem Trainergespann Josef Reicherzer/Karl Hillner wieder mal einige höhere Erfolge einfahren, was ihnen in den letzten beiden Spielzeiten der 2. Amateurliga verständlicherweise verwehrt geblieben sind. Am 8. Spieltag lag Neuling FC Mertingen bereits nach gespielten 50 Minuten mit 0:5 zurück, um dann den Schmutterwald fluchtartig zu verlassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Josef Probst (2), Walter Dorn, Leonhard Kempter und Emil Kissinger schon mal eine beruhigende 5 Tore-Führung herausgeschossen. Warum dann unser Nachbar das Spielfeld bzw. Sportgelände verlassen hatten, hatte folgenden Grund: Nach einem etwas härterem Zweikampf zwischen Josef Probst und einem Mertinger Abwehrspieler wurden beide Spieler daraufhin vom Unparteiischem verwarnt. Nun glaubte der Referee, dass er von Bäumenheims Mittelstürmer beleidigt worden ist, und stellte ihn kurzerhand vom Platz. Als sich der Schiedsrichter jedoch überzeugt hatte, dass seine Entscheidung falsch war, nahm er diese berechtigterweise wieder zurück. Nun schalteten sich die erbosten Gäste-Zuschauer ein und forderten von ihrer Mann-schaft, dass sie den Platz verlassen sollten. Nun, die FCM-Spieler ließen sich von ihrem Publikum nicht zweimal Bitten und verließen daraufhin querfeldein das Bäumenheimer Sportgelände. So blieb dem Unparteiischen in dieser verzwickten Situation nichts anderes übrig, als diese Partie abzubrechen. Einen Spieltag darauf empfingen die Bäumenheimer in einem weiteren Heimspiel den SC Ichenhausen, der ja noch vierzehn Tagen zuvor unseren Nachbarn FC Mertingen mit einer 10:0 Klatsche nach Hause schickte. Von diesem Ergebnis ließen sich jedoch unsere Spieler in keinster Weise beeindrucken, im Gegenteil, die Königsblauen wurden sensationell mit 5:0 aus dem Schmutterwald geschossen. Hier zeigte sich abermals Mittelstürmer Josef Probst mit drei Treffern in guter Schusslaune. Die beiden restlichen Tore erzielten Abwehrspieler Kosmas Raul und Halbstürmer Walter Dorn***

   Nach einer kurzen Winterpause traten die TSV’ler bei ihrem Namensvetter TSV Wertingen an und mussten mit einer hohen 1:6 Niederlage die Segel streichen. Diese Schlappe hatte man eigentlich gar nicht so recht begreifen können, denn nach gespielten 90 Minuten waren die Schwarz-Weißen so gefühlte 70 Minuten im Ballbesitz! So kann eben der Fußball sein, aber auf der anderen Seite bekam am 17. Spieltag der TSV Rain, mit einer 0:5 Niederlage erneut das „Fell über die Ohren“ gezogen (in der Gegenwart ein Ding der Unmöglichkeit). Vor etwa 1000 Zuschauern erzielten Josef Probst (2), Verteidiger Horst Duwe (2) und Walter Dorn die Tore für den TSV Bäumenheim. Den Hammer gab’s aber zum Saisonfinale, als der TSV den TSV Meitingen glatt mit einer 6:0 Packung zurück an den Lech schickte. Warum Hammer: Walter Dorn, der zuvor noch einen Trainerlehrgang absolviert hatte, erzielte in diesem Match sage und schreibe sechs Tore! Dabei schaute dies nach den ersten 45 Minuten gar nicht mal danach aus, denn zur Pause führten die Schwarz-Weißen gerademal mit 1:0. Dieses Kunststück mit 6 Treffern schaffte mit Dieter Müller vom 1. FC Köln bisher nur ein einziger Bundesligafußballer, als sein Team in der Saison 1977/78 den SV Werder Bremen mit 7:2 Toren besiegen konnten.***

Höchste Saison-Niederlage bescherte dem TSV im Nachhinein den Abstieg ……

   Nachdem in der Saison 1955/56 alle Spiele des TSV Bäumenheim ergebnisbedingt (außer dem Spiel gegen Burgau, was Bäumenheim mit 6:2 gewann) im Rahmen blieben, so schlug in der Saison 1956/57 das „Festival der Tore“ bei einigen Spielen brutal zu. Vor allem war der 9. Spieltag für die Schmuttertaler nicht gut gesinnt, denn ausgerechnet beim Tabellenletzten SSV Höchstädt bezogen die Schützlinge um Trainer Josef Mayer eine 2:9 Niederlage, die sich gewaschen hatte. „Jedenfalls hatte ich in meinen noch jungen Jahren eine solche Klatsche, die in jedem Fall, so komisch wie dies auch klingen mag, so unnötig wie ein Kropf war, noch nicht miterlebt“. So gesehen tat diese Niederlage am Ende noch sehr weh, dazu jedoch später. Eine Woche darauf gab der Tabellenzweite SC Ichenhausen in Bäumenheim seine Visitenkarte ab. Diese wurde dann so ramponiert, dass den Gästen aus dem Günzburger Landkreis nach ihrer sensationellen 1:7 Niederlage regelrecht das Hören und Sehen verging. Dabei begann diese Partie für die Hausherren bei segender Hitze wie sie in Höchstädt endete, nämlich mit einem Gegentor. Jedenfalls dachte ich mir, stehend hinter dem TSV-Gehäuse „mein Gott fängt diese Scheiße schon wieder an“. Doch was sich dann auf dem Bäumenheimer Sportplatz abspielte, das war Fußball vom Feinsten. Vor allem Mittelstürmer Josef Probst war in diesem Spiel mit fünf erzielten Toren unangefochten der Matchwinner. Die beiden restlichen Tore gingen auf das Konto von Robert Wittmann und Leonhard Kempter. „Alles gut, dachte ich mir nach dem Schlusspfiff, und ging mit einer gewissen Vorfreude auf die nächsten Spiele, nach Hause“.*** In der Rückrunde sollte jedoch das Barometer bei zwei Spielen verrücktspielen. Zunächst gab’s am 16. Spieltag bei der SSV Dillingen eine kaum für möglich gehaltene 7:2 Klatsche. Warum dies so war, ist leicht zu erklären: Trotz erhöhter Abstiegsgefahr zeigten die TSV’ler im Dillinger „Donaustadion“ eine desolate Leistung, die eigentlich schon mit einer gewissen „Arbeitsverweigerung“ zu tun hatte. Am drittletzten Spieltag traf man dann auf Absteiger Höchstädt. Nach berauschenden 90 Minuten gewannen die TSV’ler mit 9:1 Toren, wo vor allem der wuchtige Ex-Mertinger Siegfried Herford der Mann der Stunde war, traf er doch sechsmal ins Schwarze! Im Nachhinein war jedoch dieser grandiose Sieg keinen Pfennig wert, denn wie es sich am Ende der Saison herausstellen sollte, war die damalige Klatsche in Höchstädt der ausschlaggebende Punkt zum Abstieg. Vor allem hatte die damalige Niederlage noch einen bitteren Beigeschmack, dieser Sieg des Tabellenletzten war nämlich ihr Einziger (!) der ganzen Saison.***

 

In der Saison 1957/58 schlug Bäumenheim in der B-Klasse Wertingen gnadenlos zu …..

 

   Schon in den beiden Auftaktspielen bestimmten die Schmuttertaler die Szenerie. Zunächst musste der SC Biberbach auf heimisches Terrain eine 0:7 Klatsche hinnehmen. Hier zeigte schon mal das „Traumduo“ Robert Wittmann und Adolf Schmid, was so in ihnen steckte – man kanns gar nicht oft genug erwähnen –Vollblutfußballer. Beide erzielten auch jeweils 2 Treffer. Die restlichen Tore sind mir quasi abhanden gekommen. Sei’s drum, auch beim ersten Heimspiel der B-Klasse Wertingen passierte mir beim 8:1 Sieg gegen den TSV Zusmarshausen das gleiche Malheur – Torschützen jeweils zweimal Robert Wittmann und Adolf Schmid. Am 4. Spieltag schrieben dann die Hans Huber/Josef Gayer-Schützlinge mit dem höchsten Punktspielsieg in ihrer Vereins-Historie - Geschichte: Gegner FC Emersacker musste mit einer satten 13:0 Niederlage seine Heimreise in den Wertinger bzw. Augsburger Landkreis antreten. Die Tore zu diesen historischen Sieg, der bis heute noch Bestand hat, erzielten Rechtsaußen Josef Probst (4), Halblinks Robert Wittmann (4), Halbrechts Adolf Schmid (3) und Mittelstürmer Walter Dorn (2)……

   Der 7. Spieltag gegen den TSV Buttenwiesen fand unter katastrophalen Platzverhältnissen statt. Grund hierfür waren die mehr als morastigen Strafräume, die ein gepflegtes Fußballspiel kaum zuließen. So gesehen landeten die meist gutgemeinten Torabschlüsse im tiefen Morast. Jedenfalls hatte Spartenleiter und zugleich Platzwart Josef „Jupp“ Bravo an diesem Sonntagvormittag eine Herkulesarbeit zu verrichten, um dieses Match erst möglich zu machen. Zunächst holte er mit einer sogenannten „Jaucheschöpfer“ die Wasserpfützen von den beiden Strafräumen heraus, um anschließend diese mit Torfmull zu versehen. Danach wurde der Platz mit Sägemehl eingestreut, wo ich mit meinen 13 Jahren meine ersten Versuche als Platzwartgehilfe startete. Dies lief folgendermaßen ab, ich zitiere: „Baran, du bist noch jung und kannst dich noch besser bücken, also du streust die Linien, und ich schiebe den Schubkarren“, so waren die Anweisungen von unserer TSV-Legende, oder besser gesagt, von meinem Lehrmeister. Natürlich war dies eine Mammut-Aufgabe, vor allem das Rückwärtsstreuen ging an die körperliche Substanz. In der heutigen Zeit würde Niemand mehr solche Strapazen auf sich nehmen, zudem würde  auf solch einem Boden nie und nimmer ein Spiel stattfinden. Übrigens, das Spiel endete mit einem 7:2 Erfolg für die Schwarz-Weißen. Apropos die Torschützen wurden vom TSV-Pressewart in seinem Bericht nicht erwähnt, also, dies wäre in der Gegenwart undenkbar.***

   Bis zum Rückrundenauftakt ließen es dann die Schmuttertaler etwas ruhiger angehen, doch in Emersacker wurde die Bäumenheimer Tormaschine wieder in Betrieb genommen. So mussten die Hausherren eine 2:8 Heimschlappe hinnehmen, die eigentlich noch viel höher hätte ausfallen können. Die Treffer gingen überwiegend auf das Konto von Robert Wittmann (3) und Adolf Schmid (2). Die nächste darauffolgende Paarung gegen den Lokalrivalen FC Mertingen hatte den Status „Elf Bäumenheimer gegen FC Mertingens Torwart Martin Schreier“. Denn was dieser Keeper am Ende rausholte, das ging schon nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut. Jedenfalls hielt er bis zur 70. Minute mit unwahrscheinlichen Paraden seinen Kasten sauber, ehe dann Mittelstürmer Walter Dorn mit einem Kopfballtreffer den Bann brechen konnte. Nun waren die Schleusen geöffnet, was dann Adolf Schmid, Verteidiger Josef Hintermeier, dem ein kurioser Treffer gelang, erneut Adolf Schmid und zu guter letzt Walter Dorn ausnützten, um das Ergebnis auf 5:0 zu schrauben. Damit aber noch nicht genug, denn eine Woche später musste auch der Sportclub Altenmünster in Bäumenheim mit einer 1:6 Niederlage kräftig Federn lassen. Nachdem Führungstreffer der Gäste, legten nun die TSV’ler eine Schippe drauf, und zerlegten ihren Gegner quasi in sämtlichen Einzelteilen. Vor allem war in diesem Match Halbstürmer Robert Wittmann unangefochten der Spielgestalter, zugleich aber auch Torjäger. Mit seinen beiden Toren brachte er seine Elf zurück in die Erfolgsspur. Die weiteren Treffer erzielten Halbstürmer Adolf Schmid, Rechtsaußen Josef Probst, Rechter Läufer Eugen Rieger und Mittelstürmer Walter Dorn. So nebenbei sei noch zu erwähnen, dass die Bäumenheimer auch in einem sogenannten „Spiel außer Konkurrenz“ gegen die Zweite des TSV Wertingen einen hohen 7:0 Sieg einfahren konnten. So gesehen beendeten die Schmuttertaler mit sage und schreibe acht Kantersiegen diese für die TSV-Fans erfreuliche Saison.***

 

Aufsteiger Bäumenheim sorgte gleich wieder für Furore in ihrem sogenanntem Wohnzimmer  der A-Klasse Nord ……

 

   Nach ihrem Aufstieg in die A-Nord hatten die TSV’ler gleich am 2. Spieltag der Saison 1958/59 beim Topfavoriten VfL Günzburg eine harte Nuß zu knacken. Am sogenannten Kugelfang ging jedoch das Unterfangen, den Verein für Leibesübungen, einen Prügel zwischen den Beinen zu werfen, schmerzlichst daneben. 6:2 hieß es nach 90 Minuten für die Günzburger, aber laut alteingesessenen TSV’ler fiel diese Niederlage viel zu hoch aus. Mit dem gleichen Ergebnis mussten sich die Schützlinge um Trainer Leonhard Kempter am 5. Spieltag beim TSV Rain geschlagen gegeben. Naja, zumindest hatten die Bäumenheimer in Halbzeit eins ihren treuen Fans eine passable Leistung geboten. So gesehen musste man der TSV-Elf einen großen Respekt zollen, zudem auch noch im Rückrundenspiel mit einem 4:1 Sieg über dem Lokalrivalen die Revanche in eindrucksvoller Weise gelang……

   Apropos, am 10. Spieltag gegen den BC Schretzheim ließen es dann die Schmuttertaler mit einem 11:0 Erfolg wirklich richtig krachen. Vor allem Bäumenheims Fünferreihe um Rechtsaußen Josef Probst, Halbrechts Adolf Schmid, Mittelstürmer Walter Dorn, Halblinks Robert Wittmann und Linksaußen Leonhard Kempter zeigten sich gerade bei ihren Torabschlüssen sehr erfolgreich. Wenn Gästetorwart Walter Fuchsluger, „mit dem ich 1971 in Memmingen einen Trainerlehrgang absolviert habe“, trotz der elf Gegentore nicht in einer solch großen Form gewesen wäre, dann hätte diese Niederlage noch andere Dimensionen angenommen. Jedenfalls hatten die Bäumenheimer Zuschauer mal wieder ein Spektakel erlebt, das seines Gleichen suchte.***

   In der Rückrunde ließen es die Schwarz-Weißen etwas langsamer angehen, doch am 17. Spieltag hatte der VfR Jettingen keine guten Erinnerungen über unsere Elf mit nach Hause genommen, denn eine 1:6 Packung sprechen schon Bände. Zum Glück für die Gäste verhinderte der seifige Boden des Öfteren noch das eine oder andere Tor. So gesehen musste sich die TSV-Fünferreihe mit sechs Toren begnügen. Drei Spieltage vor Saisonende mussten dann die Schmuttertaler bei den Egautalern, das heißt, beim BC Schretzheim antreten, was mit einem 2:6 Erfolg endete. Hier zeigte sich wiederum Schretzheims Torhüter von seiner besten Seite und verhinderte zum Teil mit Glanzparaden eine zweistellige Niederlage***

 

Bäumenheim gelingt in Reisensburg ein sensationeller Auswärtssieg …….

 

  Am 8. Spieltag der Saison 1959/60, wo die Bäumenheimer den VfR Günzburg mit 5:1 in die Schranken verweisen konnten, zeichnete sich schon mal die gute Form der TSV’ler ab. Gegen die Grün-Weißen hatten zwar die Schützlinge von Trainer Leonhard Kempter bis zur 70. Minute mit nur einem Treffer keine optimale Ausbeute, doch dann setzten die Schwarz-Weißen mit einem phänomenalen Schlussspurt der „Zweiten Kraft“ von der Kreisstadt noch vier Treffer in deren Gehäuse. Hier zeigte sich vor allem Mittelläufer Josef „Bebei“ Stehle mit einem Freistoß, dem zuvor mit einem Handelfmeter die 1:0 Führung gelang, treffsicher, die restlichen Tore erzielten Adolf Schmid, Harald Beck und Linksläufer Erich Krupka mit einem Foulelfmeter. Nun, eine Woche darauf mussten dann die Bäumenheimer bei der SG Reisensburg, liegend im Günzburger Landkreis, antreten, und holten sich einen geradezu sensationellen 8:0 Auswärts-sieg. „Leider war ich mit der A-Jugend verhindert, dadurch sind mir die Torschützen nicht geläufig“. Auch der TSV-Berichterstatter fand es nicht nötig, diese an die Donauwörther Zeitung weiter zu vermitteln. Eigentlich schade, aber so war’s halt in der damaligen Zeit.***

   In der Rückrunde musste der TSV Bäumenheim beim Namensvetter TSV Wittislingen antreten, was vor allem nicht gerade einladend war, denn bei eisiger Kälte (Minus 15 Grad) waren die Voraussetzungen nicht gerade genial. Zunächst mussten wir mit der TSV-Jugend gegen deren Gleichgesinnten das Vorspiel bestreiten, was mit 6:1 gewonnen wurde. Mit dem gleichen Ergebnis endete auch die Partie der beiden „Ersten Mannschaften“. Hier zeigte die TSV-Fünferreihe trotz der Kälte ihren Fans ein gewisses Scheibenschießen. Mittelstürmer Walter Dorn gelang der Führungstreffer, die weiteren Tore erzielten Linksaußen Bernd Duwe, Walter Dorn, Rechtsaußen Josef Probst, den Schlusspunkt setzten abermals Walter Dorn und zuguterletzt der Halblinke Robert Wittmann. Ein rasantes Spiel ging dann am 25. Spieltag zwischen dem TSV Bäumenheim und dem SC Ichenhausen über die Bühne. Das das Spiel am Ende mit einem 5:1 Sieg für die Schwarz-Weißen registriert wurde, konnten die vielen TSV-Fans bis dato kaum erahnen, denn bis zur 70. Minute führten die Königsblauen aus dem Günzburger Landkreis mit 0:1. Dann aber konnte Mittelläufer Josef Stehle mit einem knallharten   Freistoß, der das 1:1 bedeutete, das Haloli einläuten. Danach brachen nun bei den Gästen alle Dämme, so gesehen erzielten die TSV-Spitzen noch weitere 4 Treffer, die leider vom TSV-Berichterstatter nicht erwähnt worden sind! Naja, heute würde man sagen, Publicity ist beim Sport sowie Showgeschäft das gewisse „A und O“.*** 

  

 

   

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